Kōbō Daishi

Kōbō Daishi wurde 774 in der Provinz Sanuki ( der Präfektur Kagawa ) auf der Shikoku Insel in Japan geboren. Als junger Mann studierte er die klassische chinesische Literatur und den Konfuzianismus unter der Führung seines Onkels Ato-no Ootaru, denn damals waren nicht der Buddhismus, sondern der Konfuzianismus und der Taoismus die Hauptströmungen der Wissenschaft in Japan. Im Alter von 18 Jahren ging er in die Hauptstadt Kyō ( die Präfektur Kyōto ) und besuchte die staatliche Universität. Es war üblich, dass die Studierenden nach dem Abschluss ihres Studiums als Amtsträger arbeiteten, aber die säkulare Atmosphäre in der Uni enttäuschte Kōbō Daishi und motivierte ihn dazu, den strengen Weg eines buddhistischen Priesters zu wählen. Er entschied sich schon im Alter von 20 Jahren, sein Leben ganz dem Buddhismus zu widmen. Im Jahr 797 veröffentlichte Kōbō Daishi seine Studie, in der er Unterschiede zwischen dem Buddhismus, Konfuzianismus und Taoismus erklärte und darauf hinwies, dass sich die Theorie des Buddhismus wissenschaftlich höher als die anderen entwickelte. Der Titel dieses Buchs, das Kōbō Daishi eigenhändig geschrieben hat, lautet : Rouko-shiiki. Es lagert heute im Kōya-san Reihō-kan Museum. 

Als Kōbō Daishi 24 Jahre alt war, lernte er die Sutras des esoterischen Buddhismus, Dainichi-kyō genannt, kennen. Sie gaben ihm einen großen Impuls und inspirierten ihn dazu, den esoterischen Buddhismus intensiver zu studieren. Kōbō Daishi beschloss mit 31 Jahren, nach China zu reisen, um sich die Theorie des esoterischen Buddhismus anzueignen, denn sie entwickelte sich zu dieser Zeit schneller in China als in Japan.
Glücklicherweise konnte Kōbō Daishi 804 an der japanischen Delegation teilnehmen, die nach Xi`an ( der damaligen Hauptstadt Chinas ) reiste, um die Tang-Dynastie zu besuchen. Kurz nach seiner Ankunft hatte er die Gelegenheit, die Essenz des esoterischen Buddhismus unter der Leitung des großen buddhistischen Lehrers Huigou, der in Japan als Keika bezeichnet wurde, zu studieren. 

Der Lehrer Huiguo führte ihn nicht in die in China entwickelte komplizierte Theorie des esoterischen Buddhismus, sondern in die verständlichere tradizionelle aus Indien ein. Deswegen meisterte Kōbō Daishi die Theorie des esoterischen Buddhismus sehr schnell und wurde trotz seiner kurzen Studiumszeit als achter Patriarch des esoterischen Buddhismus anerkannt. Eigentlich hätte Kobo Daishi ein 20 Jahre langes buddhistisches Studeium in China unter dem Befehl des Staats absolvieren müssen. Tatsächlich kehrte er aber schon nach einem zweijährigen Aufenthalt nach Japan zurück, da ihm eine besondere Aufgabe von Lehrer Huiguo aufgetragen worden war. Er sollte die Theorie des esoterischen Buddhismus, die er verinnerlicht hatte, schnell in Japan einführen und verbreiten. 

Kōbō Daishi wird auch als Vater der japanischen Kultur bezeichnet, denn er war bewandert in den verschiedenen beruflichen Bereichen wie Lehrer, Ingenieur, Erfinder, Dichter und Kalligraph.
Er gilt auch als Begründer der ersten privaten Schule für das japanische Volk. Wegen seiner ausgezeichneten Leistungen und seines guten Rufs wurde er oft um Hilfe bei den verschiedenen großen Vorhaben und Projekten gebeten. 

Stets verfolgte er seinen Plan, ein Zentrum des esoterischen Buddhismus in Japan zu gründen. Nachdem Kōbō Daishi 816 eine Genehmigung für die Begründung der Mönchsgemeinde in Kōya-san von dem damaligen Kaiser Saga-Tennō offiziell erhalten hatte, kümmerte er sich intensiv darum. Auch in diesem Zeitraum vergaß er nicht, die normale Bevölkerung mit der Theorie des esoterischen Buddhismus seelisch und materiell zu unterstützen. 

Der Sage nach trat Kōbō Daishi am 21. März 835 ins Mausoleum zum ewigen Meditieren ein, umgeben von den vertrauten Gläubigen. Die Anhänger des esoterischen Buddhismus glauben, dass Kōbō Daishi auch heute noch darin lebendig ist und die Menschen, die der Erlösung bedürfen, schützt. 

2004 wurde Kōya-san als Weltkulturerbe von der UNESCO anerkannt. Dessen offizieller Titel lautet : Heiliger Ort und Pilgerweg auf dem Kii-Gebirge. Nach der Aufnahme in die Liste der Weltkulturerben besuchen immer mehr Touristen aus der ganzen Welt Kōya-san, um die ganz eigene Geschichte und Atmosphäre dieses Ortes kennenzulernen. 

In Kōya-san, das Kōbō Daishi vor circa 1200 Jahren entdeckt und aufgebaut hat, ist die historische Essenz nach wie vor zugegen und auch heute wohnen hier Menschen friedlich zusammen.

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